Tod durch Buecher – Hasenherz’ Blog

Warum Worte Leben retten – oder auch nicht

Should I stay or should I go Juli 6, 2009

Gespeichert unter: Montag — hasenherz @ 2:34

Lustig, wie schnell sich alles ändert. Izzie und ich haben einen neuen Mitbewohner. Er heisst Fäbu und ist Barkeeper. Izzie und ich fanden das natürlich sehr passend, dass unser neuer Mitbewohner Barkeeper ist. Denn: Vor jeder geschlossenen Türe braucht es einen Barkeeper. Ausserdem ist Fäbu sehr nett und offen und man kann gut Gespräche mit ihm führen.

Sonst noch: Ich hab endlich meine “Should I stay or should I go”-Phase hinter mir und eine Entscheidung gefällt. Natürlich hab ich Angst. Aber da ist in erster Linie ganz viel Erleichterung. Und jetzt hoffe ich, dass das Glück auf meiner Seite ist.

Am Wochenende waren wir an einer Gartenparty (sehr seltsam), ich hab im Bett der Mitbewohnerin von ElfElf übernachtet, wir haben Möbel gerückt, sind Fahrrad gefahren, im See schwimmen gegangen und ich hab einen heissen Gitarristen kennengelernt. Ein richtiges Sommerwochenende halt.

 

Es ist ne echt schöne Zeit, … Juli 1, 2009

Gespeichert unter: Mittwoch — hasenherz @ 2:21

… wenn die ganze Stadt nach Linde riecht. Riecht ihr das? Es riecht wie Jasmin! So süss… Hach, ich mag das.

 

Ohrensessel im Blumenbeet Juni 28, 2009

Gespeichert unter: Sonntag — hasenherz @ 8:27
Faust

Faust

“Und fragst du noch, warum dein Herz sich bang in deinem Busen klemmt?” (Goethe, Faust)

Nein, keine Angst, ich werde mich nicht der Magie zuwenden. Dafür bin ich zu sehr im Leben verhaftet. Gestern war Wollishofen-Fest. Dafür hatten wir ein paar Monate gearbeitet und es hat sich gelohnt. Das Fest dauerte 20 Stunden und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Von der Burg hat gespielt und Knuts Kapelle und es gab buntes Kinderprogramm am Nachmittag mit Hühnerstreichelzoo und Wände besudeln (ihr hättet das Haus nachher sehen sollen, es war von oben bis unten angemalt). Ich habe einen Drachentöter kennengelernt, der (noch) fliegen kann. Die Gespräche mit ihm waren sehr anregend und da hab ich ihm seine Arroganz verziehen. Ein Akkordeon-Privat-Konzert im Estrich hab ich bekommen, alte Freunde wieder gesehen und den Journi mit den schrägen Augen rumgeführt. Ach, schade, dass das alte Haus in Wollishofen abgerissen wird, wirklich schade.

Am Freitag hatte ich ein lustiges Gespräch mit einem Arbeitskollegen. Nennen wir ihn Eddie. Eddie sagte, dass ihm Dates zu mühsam sind, weil man da Blumen bringen muss. Ich habe mich gefragt, wie das so weiter geht in seinem Leben, wenn er mit seinen jungen 22 Jahren (oder sind es 21?) Dates als mühsam empfindet und “Blumen bringen” als feste Grösse, sozusagen als Preis für das Kennenlernen eines anderen Menschen abseits von Alkohol und wilden Partynächten betrachtet. Ich behaupte mal, Eddie fällt es nicht schwer jemanden kennenzulernen in der Disco. Nur. Was, wenn die Beliebigkeit sich über diese Begegnungen legt? Was, wenn das Vampirherz gelangweilt? Wehe! Vielleicht hat der Drachentöter gar nicht so unrecht, wenn er Ohrensessel quer durchs Haus, hinaus in den Garten schleppt – nur, um eine Aufgabe zu erfüllen, nur, um die Begegnung der Beliebigkeit zu entreissen.

 

Jahaha! Southside! Juni 22, 2009

Gespeichert unter: Montag — hasenherz @ 2:50

Montag morgen nach dem Southside ist irgendwie ärgerlich. Weil: Southside ist vorbei, mir steckt noch der Kater in den Knochen und die Müdigkeit im Hintern (höhö) und der Fernfahrermodus ist noch nicht ganz in den “Ich benehme mich wie eine normale Frau”-Modus zurückgewechselt. Jahahaha! Das Southside war echt geil, ich kann mir gar nicht erholen, so schön war dieses Wochenende! Hach.

Es hat geregnet, es war saukalt, es war schlammig – und trotzdem: Es hat grossen Spass gemacht. Badana und ich sind Hippie-mässig durch die Zeit gezogen und haben viel erlebt. Zum Beispiel haben wir “Lass die Finger von Emanuela” wunderschönst per Telefon gesungen bekommen. Und dann haben wir noch Pandi und Merwin kennengelernt, die eigentlich Andi und Erwin hiessen, die kommen aus München, sagten sie und haben uns morgens um 8 Uhr Kaffee spendiert und auch sonst waren sie samten. Badana hat mit ihren glänzenden Stiefeln gepunktet und ich hätte beinahe auf dem Tisch getanzt (hätte es einen Tisch gehabt, ich hätte es bestimmt getan).

Wie schön es ist, so einfach nichts zu denken und nichts zu tun haben und einfach nur bei sich zu sein!
Hasenherz

PS: Übrigens: Ich rieche nach französischem Acker – wurde mir gesagt. Ähm. Ja.

 

Hasenherz fordert das Glück heraus Juni 14, 2009

Gespeichert unter: Sonntag — hasenherz @ 2:07

Als dieses Wochenende am Freitag gegen 18 Uhr begonnen hat, habe ich mich gefragt, ob ich Glück erfahren würde. Ob mir das Wochenende eine speziell glückliche Erfahrung bieten würde – und siehe da! Manchmal erreicht einem das Glück schräg von der Seite, von da, von wo man nie im Leben damit gerechnet hätte. Und nun sitze ich also hier – es ist Sonntag Nachmittag – in meiner Küche, meine Wohnung erstrahlt in neuem Glanz, es ist heiss, die Sonne scheint (Sommer!) und bald, bald stellt sich heraus, wie gross mein Glück sein wird, ob es sich lediglich um ein kleines Glück handeln wird oder um ein ganz grosses Glück. Ich bin sehr gespannt, bin aufgeregt und mir ist auch etwas bang. Wie immer, wenn man den Fuss anhebt, um den Schritt durch die Tür zu machen. Drückt mir die Daumen!

 

Ich, der Menschenfresser Juni 10, 2009

Gespeichert unter: Mittwoch — hasenherz @ 10:54

Habe gerade in ein Leseexemplar hineingelesen, das sehr interessant aussieht. Es heisst “Don Ottos Klassikkabinett” und wurde von Mauricio Botero verfasst (ein Verwandter des Malers).  Wie auch immer… Darin fand ich folgenden Satz: “Ich war er, und ich verstand ihn.” Dieser Satz erinnerte mich an ein Gespräch mit Peter, die meine Art, Menschen psychisch aufzufressen, nicht verstand. Nicht, dass sie nicht verstehen wollte, Peter ist einfach von einem anderen Schlag und ihr sind solche Dinge eher fremd. Meine Eigenart ist also, mich so sehr auf mein Gegenüber einzulassen, bis ich zu ihm werde, bis ich die Gefühle und die Neigungen verinnerlicht habe. Das Gute daran: Ich kann die Probleme, Ängste und Gedanken des Gegenübers sehr, sehr gut nachvollziehen und bin eine tolle Zuhörerin. Das weniger Gute daran: Es braucht Tage, bis ich mein jeweiliges Gegenüber wieder aus meinem Organismus raus habe. Noch Tage später bin ich dem Menschen nah und sozusagen “voll von ihm”. Ich nenne das liebevoll “Psycho-Kater”. Das ist nicht immer ganz einfach, vor allem, weil es viele Menschen gibt, die auf diese Form von Nähe mit Aggression, irritierter Distanziertheit, Kälte oder dann gegenteilig mit Verliebtheit reagieren. Eigentlich logisch. Denn wer kann schon damit umgehen, wenn jemand spielend so viel Nähe zulässt, dass es sich wie “bemächtigen” anfühlt? Und trotzdem: Ich finde es wahnsinnig spannend. Ich kann gar nicht anders sein. Alles andere wäre mir viel zu langweilig. Und meine Langeweile ist mein grösster Feind.

 

Harzig, zäh & dickflüssig Juni 3, 2009

Gespeichert unter: Mittwoch — hasenherz @ 1:47

atompilzHach.

Heute dreht die Welt sich harzig – irgendwie. Alles zäh wie Leder und dickflüssig wie Sirup. Manchmal wünschte ich mir, dass es in meinem Kopf etwas heller und in meinem Herzen etwas weniger staubig.

Tja.

Ach, wär ich doch ein Atompilz, der sich zum Himmel erhebt und die Welt eindunkelt und alles mit sich reisst, was grad zu nah und grad zu zufällig. Vielleicht könnt ich mich dann auch gleich mitreissen. So mitreissend mitreissen.

Grummel.

So, fertig düstere Gedanken. Die Sonne scheint (!), das Leben ist schön (!), meine Haare riechen nach Honig (!), im Radio läuft Highway to Hell (!) und mein Lieblingsbuch ist heute “Oh, wie schön ist Panama” (!).

Und die Antwort des Nachmittags lautet: “Sieh dich nach Alternativen um”.

 

Kein Klub, kein Klub, kein, kein Mai 28, 2009

Gespeichert unter: Donnerstag — hasenherz @ 3:53
So würde der Türsteher aussehen vor dem Klub, wo ich bestimmt NIE aufgenommen werden würde.

So würde der Türsteher aussehen vor dem Klub, wo ich bestimmt NIE aufgenommen werden würde.

“Es würde mir nicht im Traum einfallen, einem Klub beizutreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen. ” (Groucho Marx)

Ich meine, das ist doch das Grundproblem. Sagt zumindest Claudio. Und Claudio muss es ja wissen. Er ist schliesslich mein Gewissen und geistiger Vater in einem.

Ein perfekter Teufelskreis. Der Klub, der mir die Mitgliedschaft verweigert, dem will ich beitreten. Der, der mich aufnimmt, den finde ich doof. Auf einen Klub zu hoffen, der so tut, als wolle er einem nicht aufnehmen und einen dann doch heimlich aufnimmt, kann man ja nicht hoffen, nicht wahr?

Blödes Zeugs, das.

 

Die Liebe besteht aus … Kartoffelbrei! Mai 27, 2009

Gespeichert unter: Mittwoch — hasenherz @ 4:08

“Die Liebe besteht zu drei Viertel aus Neugier.” sagte einst Giacomo Casanova. Ich frage mich, woraus sie denn noch besteht. Was könnte das letzte Viertel sein? Dummheit? Naivität? Egozentrik? Oder doch eher aus Kartoffelbrei? Nun gut, ich glaub, ich brauch mal frische Luft.

Schönen Regenluftabend!
Hasenherz

 

Was ich mag: Mai 24, 2009

Gespeichert unter: Sonntag — hasenherz @ 12:11
  • Den Geruch meines Zimmers im Sommer. Diese Mischung von Sonne, Sommerluft, Parfum, Waschmittel und alten Möbeln ist herrlich.
  • Verspielte Gegenüber. Die Finten schlagen, einen aber nicht im Regen stehen lassen.
  • Meine Freunde. Mit all ihren Macken und Neurosen und Nervtöter-Seiten.
  • Küsse.
  • Galgenhumor. Sowieso Humor. Der Humor von Wurmbrand besonders.
  • Offenheit und Neugierde.
  • Perfekte Sätze in der Literatur. Zum Beispiel dieser (Ist wirklich nur EIN Satz – ein Langer): “Ich will nicht wie ein Idiot sterben”, habe ich dieser Frau kurze Zeit darauf in einem engen und dunklen Hotelzimmer gesagt, dessen Schäbigkeit ich damals nicht wahrzunehmen vermochte, ein Zimmer mit nackten Wänden, in dem die grauen oder vielleicht trauertragenden oder einfach als überflüssig betrachteten Bettdecken auf dem sauberen, wenn auch schwärzlichen Teppichboden lagen, auf dem nicht einmal Platz war, um ein paar Schritte zu tun, da zwei halbausgepackte Koffer den Platz einnahmen, auf dem man die Schritte in ein Badezimmer hätte tun können, das so leer und so weiss war, dass zwei Zahnbürsten – granatrot und grün -, die in ein und demselben Glas standen, dessen Cellophan verschwand, ohne dass wir gewusst hätten, in welchem Augenblick noch wer es hatte verschwinden lassen, den Blick anzogen wie der Dolch die Hand oder der Magnet das Eisen, dermassen, dass, als eine der beiden Zahnbürsten in der letzten Nacht, die ich dort verbrachte, fehlte die Keramik und die Fliesen und die Kacheln sich mit dem Granatrot der Zahnbürste färbten, die dortgeblieben war, und diese Farbe vereinnahmte sogar das Schwarz des Necessaires, das ich auf dem gläsernen Bord liess, damit es nach dem Fortgang irgendeine Veränderung gab oder Trauer in dem Badezimmer herrschte, das so leer und so weiss war und zu dem man kaum gelangen konnte über die halbausgepackten Koffer und die als überflüssig betrachteten und auf den Boden geworfenen Bettdecken hinweg, als ich in einem Hotelzimmer kurze Zeit darauf derselben Frau sagte oder gesagt habe: “Ich will nicht wie ein Idiot sterben, und da ich eines Tages unausweichlich werde sterben müssen, möchte ich in meiner Zeit vor allem für das einzige Sorge tragen, was sicher und unausweichlich ist, aber allem zuvor möchte ich für die Form meines Todes Sorge tragen, denn die Form ist nicht so sicher noch unausweichlich.
  • Gemüsewähe und Salat.
  • Den Geruch von Tiefgaragen und Neubauten.
  • Sommerregen.
  • Seltsame Monster-Hasen zeichnen.
  • SMS von meinen Liebsten.
  • Umkehrungen, Irritationen, Aha-Momente.
  • Menschen, die etwas besonders gut können und mir davon erzählen. Mit möglichst vielen Details.
  • Fragen: Fragen stellen, Fragen beantworten.
  • Das Internet.
  • Sich kugeln vor lachen.
  • Der erste Schnee.
  • Kaffee. Kaffee. Kaffee.
  • Flaschenspiel, Leichen im Keller und ähnliches spielen.
  • Höflichkeit.
  • Luftschlösser bauen. Nur um sie gleich wieder umzubauen.
  • Umgestaltete Wörter. Solche wie Kartuffs (für Kartoffeln), Karotjes (für Karotten) und Vitatins (für Vitamine).
  • Klavierspielende Hände beobachten. Sowieso Hände.
  • Frühmorgens den Radiomoderator anschnauzen – lautstark – weil er zu viel quasselt.
  • Anziehung. Flirren in der Luft.
  • Schlaf.
  • Namen in denen zwei Vokale hintereinander vorkommen. Wie: Moana, Alea, Romeo, Eleonor, etc.
  • An S-, U- und sonstigen Bahnhöfen rumstehen.
  • Die Bilder von Edward Gorey.
  • Die Bücher von Joseph Roth.
  • Meine Wohnung. Mit Izzie Kaffee trinken am Küchentisch.
  • Das Buch der Antworten.
  • Menschen haarsträubende Spitznamen geben. Und diese auch benutzen, so, dass kein Aussenstehender weiss, von wem man spricht. Im Stil von: “Gestern hab ich den Zauberlehrling getroffen und der hat mir erzählt, dass Xanten eine Affäre mit Peter hat. Sie (Peter) sagt aber immer, sie sei mit Fuchur zusammen.”
  • Die Nacht durchtanzen.
  • Sommerbadibars.
  • Kleine Buchhandlungen. Bücherregale bis an die Decke.
  • Nachrichtensprecher.
  • Mit meinen Freundinnen über Sex reden.
  • Die Hardbrücke in Zürich. Um die Hardbrücke, auf der Hardbrücke, unter der Hardbrücke sein.
  • Walliser Dialekt.
  • Wasser.
  • Nachts die Lichter der Stadt betrachten und glücklich sein. Sowieso die Tatsache, wegen Lichter glücklich sein zu können.
  • Musik.
  • Bei Kerzenschein auf Dachterrassen rumsitzen.
  • Den Kopf aus einem Zugfenster halten, den Fahrtwind im Gesicht. Zugreisen in Europa im Sommer.
  • Zu wissen, dass Älter werden nicht fühlbar ist. Mal abgesehen von Rheuma.