Tod durch Buecher – Hasenherz’ Blog

Warum Worte Leben retten – oder auch nicht

Mein Freund – das andere Ich Februar 28, 2007

Gespeichert unter: Mittwoch — hasenherz @ 11:16

Bei www.last.fm – meinem Lieblingsmusiktool – habe ich nun einen neuen Freund. Er heisst blindmaniac und hat den selben Musikgeschmack (ähnlich chaotisch wie meiner). Das ist der Stoff woraus last.fm-Freundschaften sind. Auf jeden Fall hab ich mir da Gedanken zu Freundschaft gemacht. Ist es nicht seltsam Freunde zu haben? Was genau ist Freundschaft? Woraus besteht sie? Cicero sagt: „Ein Freund ist gleichsam ein anderes Ich.“ Und wer lebte nicht gern mehr als ein Leben und besässe nicht gern mehr als ein Ich? Oder zumindest ein Abbild von einem anderen Leben oder anderen Ich. Ist es nicht so, dass wir am Leben unserer Freunde in irgend einer Weise teilhaben und sie an unseren Leben teilhaben lassen? Ist ein wahrer Freund einer, der uns viel mehr unsere eigenen Fehler verrät, als dass er uns seine Fehler verraten würde?
Doch lassen wir andere sprechen:
„Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte.“ (Irisches Sprichwort)
„Freundschaft, das ist wie Heimat.“ (Kurt Tucholsky)

freund.jpg

Grüsse euch, liebe Freunde!
Hasenherz

 

Reality-Show Februar 27, 2007

Gespeichert unter: Dienstag — hasenherz @ 12:41

Eure Kommentare finde ich übrigens toll. Das freut mich ungemein, dass ihr hier was hustet. Denn: „Schweigen ist ein köstlicher Genuss, aber um ihn ganz auszuschöpfen, muss man einen Gefährten haben. Allein ist man nur stumm.“ (Karl Heinrich Waggerl) Dank euren Kommentaren fühle ich mich hier nicht einsam, auch wenn ihr mal schweigt.

Zu was anderem: Das neue Buch von Amélie Nothomb ist erschienen. Ich liebe die Bücher von Amélie Nothomb. Ihr Neustes heisst „Reality-Show“ und darin wird der Big-Brother-Gedanke zu Ende gedacht. Es werden völlig willkürlich ein paar Menschen in ein Lager verfrachtet (ähnlich einem KZ) und gefilmt. Die Fernsehzuschauer können darüber abstimmen wer abgewählt wird. Die abgewählte Person wird hingerichtet. Ich mag den Ton von Nothomb. Auch diese bedrückende Geschichte beschreibt sie mit einer Leichtigkeit, Schärfe und Klarheit, dass es einen Schaudern macht. Grossartig. Unbedingt lesen!
http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/schnellsuche/any/?fq=3-257-06577-9&fc=ANY

Herzlich,
Hasenherz

 

Ole der Frosch Februar 26, 2007

Gespeichert unter: Montag — hasenherz @ 2:38

Da ich heute alleine im Büro bin, habe ich mir etwas Gesellschaft gesucht und auch welche gefunden. Er heisst Ole, ist etwa ein Meter gross, ziemlich grün und hat sehr schöne Augen. Hier das Bild von Ole:
frosch.jpg

Gestern als wir  – Michelle und ich – mit unseren Bücherbergen ins Theater am Neumarkt gekommen sind, hat uns ein besoffener (und dieser Ausdruck wird dieser Erscheinung noch nicht mal wirklich gerecht, er ist untertrieben) Theatermann in Empfang genommen. Er war so besoffen, dass er weder gerade laufen, noch sprechen konnte. Und mit dem Typ mussten wir auch noch Lift fahren. Wäk. Der hat gerochen wie ein Fass Gin.

Muss jetzt in den Laden. Ein Herr möchte mit mir reden… Was auch immer das sein kann. *seufz*

Grüsse euch herzlich,
Hasenherz

 

Lumpenhund Februar 25, 2007

Gespeichert unter: Sonntag — hasenherz @ 11:07

Sonntag und ich muss arbeiten. Werde zusammen mit Michelle (unserer grandiosen Azubi) den Büchertisch im Theater am Neumarkt für die Buchvernissage von Hansjörg Schneider machen. Sein neues Buch heisst „Hunkeler und der Fall Livius“ und der Benedikt Scherer vom Tages-Anzeiger sagt dazu: „Kaum ist ein Mörder gestellt, so wünscht man sich schon den nächsten Lumpenhund herbei. Ein klares Suchtsymptom!“
http://www.buch.ch/shop/home/typhoonartikel/ID14249746.html;jsessionid=fdc-fshxw96bfb1.fdc41
Ja, ja, da kann man nur hoffen, dass das ein spannender Nachmittag wird.

Grüsse euch herzlich, ihr Lumpenhunde!
Hasenherz

 

Wild Nights! Wild Nights! Februar 23, 2007

Gespeichert unter: Freitag — hasenherz @ 8:21

So. So. Ihr habt noch immer nicht die Wettbewerbsfrage gelöst… Hier kommt ein weiterer Hinweis: Die Dame auf dem Foto ist eine amerikanische Lyrikerin. Hier ein Gedicht von ihr:

Wild Nights! – Wild Nights!

Wild nights – wild nights!
Were I with thee
Wild nights should be
Our luxury!

Futile the winds
To a heart in port -
Done with the compass,
Done with the chart!

Rowing in Eden -
Ah, the sea!
Might I moor
Tonight in thee!

Na? Wer weiss es?

Meine Grippe verzieht sich langsam… Uff. Das war hart.
Tatah!
Hasenherz

 

LippeSippeHippeTippeGrippe Februar 22, 2007

Gespeichert unter: Donnerstag — hasenherz @ 9:21

So eine Grippe ist schon was abscheuliches! Da seucht man tagein, tagaus zu Hause rum und nach spätestens zwei Tagen fällt einem die Decke auf den Kopf. Dann – weil man es zu Hause nicht mehr aushält und die ganze DVD-Sammlung zweimal durchgeguckt hat – geht man wieder ins Geschäft und dort sagen einem alle, dass man Scheisse aussieht und schnell wieder nach Hause soll. Man wischt sich den Schweiss von der Stirn und schleppt sich durch die Arbeit, die sich natürlich meterhoch aufgetürmt hat und verflucht den eigenen Optimismus. Tja. Und dann geht man wieder nach Hause. Ich werde also wieder nach Hause gehen und mich ins Bett schmeissen und mich zu Tode langweilen und Tee trinken und vor mich hinfluchen und warten und warten und warten… Wenigstens hab ich Wurmbrand angesteckt, der bald auch zu Hause bleiben muss mit neuer Brille und dann hab ich wenigstens Gesellschaft. Ha!

Geniesst das schöne Wetter und bleibt gesund!
Hasenherz

 

Hesse wird gemobbt! Februar 19, 2007

Gespeichert unter: Montag — hasenherz @ 12:49

Es ist ja so, dass etliche Zitate-Lexikas Hermann Hesse völlig ignorieren. Obwohl seine Gedichte und Aussprüche wie geschaffen wären für Lexikas. Zum Beispiel im „Lexikon der Sprichwörter & Zitate“ vom Harenberg Verlag kommt Hesse überhaupt nicht vor. Ohne ein Sterbenswörtchen wird er einfach weggelassen. Einerseits könnte dies ein rechtliches Problem sein. Andererseits ist es vielleicht so, dass sobald wir älter sind als 18 schämen wir uns unserer Hesse-Liebe (und ich bin überzeugt, dass jeder der Hesse als Teenager gelesen hat, diese Hesse-Liebe empfunden hat). Wir verachten dann also als Erwachsene den umtriebigen Poeten. Nur warum? Weil er allzu bildhaft schreibt? Ist Hermann Hesse zu plakativ? Sozusagen die SVP unter den Poeten? Zu wenig differenziert? Oder schämen wir uns einfach unserer rosa Teenager-Brille? Wie auch immer, hier mein Hesse-Lieblingsgedicht für das ich mich nicht schäme:

Doch heimlich dürsten wir …

Anmutig, geistig, arabeskenzart
Scheint unser Leben sich wie das von Feen
In sanften Tänzen um das Nichts zu drehen,
Dem wir geopfert Sein und Gegenwart.

Schönheit der Träume, holde Spielerei,
So hingehaucht, so reinlich abgestimmt,
Tief unter deiner heiteren Fläche glimmt
Sehnsucht nach Nacht, nach Blut, nach Barbarei.

Im Leeren dreht sich , ohne Zwang und Not,
Frei unser Leben, stets zum Spiel bereit,
Doch heimlich dürsten wir nach Wirklichkeit,
Nach Zeugung und Geburt, nach Leid und Tod.
(Hermann Hesse)

Dürstend,
Hasenherz

 

Wettbewerb Februar 17, 2007

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 2:42

Etwas verkatert sitze ich hier, es ist 15.00 Uhr Nachmittags und ich bin soeben erst aufgestanden. Um 6 bin ich ins Bett gekommen und jetzt, tja, jetzt hab ich einen Jetlag.

Hier noch ein Wettbewerb (damit es euch auch nicht langweilig wird aufs Wochenende). Um welche Künstlerin handelt es sich?

wettbewerb.jpg

Wer weiss es? Es winken tolle Preise! (hihi) Viel Glück und schönen Samstag,
Hasenherz

 

Abziehbildchen Februar 16, 2007

Gespeichert unter: Freitag — hasenherz @ 12:24

Oh, mein Gott, bin ich müde! Die Lesung gestern war gut, hat aber bis 23.30 Uhr gedauert und jetzt könnte ich umkippen vor Müdigkeit. Dazu hab ich noch schlechte Laune, die sich nach und nach zu einem richtigen schlechte-Laune-Monster mausert. Zeit für Wochenende!

Immanuel sagt, dass die Abbildung, das Bild der Wirklichkeit keine Ähnlichkeit mit dem realen Leben hat und ich meine, dass wir genau dieses Bild, dieses Abziehbildchen des realen Leben brauchen um überleben zu können. Und ich meine auch, dass je offener wir mit dem Abziehbildchen umgehen, desto glücklicher werden wir und je mehr wir versuchen es zu verstecken, desto schlechter geht es uns. Immanuel gibt mir Recht. Und ich bewundere seinen klaren und offenen Umgang.

Werde mich jetzt also in mein Luftschloss verziehen, in dem es keine schlechte Laune gibt und wünsche euch allen ein schönes Wochenende!
Hasenherz

 

Qualvoll glücklich Februar 15, 2007

Gespeichert unter: Donnerstag — hasenherz @ 10:30

Heute abend ist bei uns in der Buchhandlung Swetlana Geier zu Gast und liest aus „Ein grüner Junge“ von Fjodor Dostojewskij. Swetlana Geier ist eine grandiose Übersetzerin aus dem Russischen und ich mag vor allem das von ihr neu übersetzte Buch des Nobelpreisträgers Iwan Bunin „Ein unbekannter Freund“.
http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/schnellsuche/any/;jsessionid=fdc-t1gfv2t16e2.fdc11?fq=3-908777-01-1&fc=ANY

»… habe zufällig Ihr Buch gekauft und las ununterbrochen auf der Rückfahrt zur Villa … und ich las, las und fühlte mich, ich weiß nicht, warum, fast qualvoll glücklich.«
(Aus: Iwan Bunin „Ein unbekannter Freund“)

Herzlich,
Hasenherz