Tod durch Buecher – Hasenherz’ Blog

Warum Worte Leben retten – oder auch nicht

Er kann nicht schlafen! Mai 23, 2007

Gespeichert unter: Mittwoch — hasenherz @ 3:08

Heute morgen in der S-Bahn: Ein älterer Herr wankt in mein Abteil, sieht ziemlich ausgemergelt aus, nicht krank, nur sehr dünn, hat ein altes, weisses T-Shirt an und kurze Hosen. Bei sich trägt er eine grosse Jutetasche, gefüllt mit Zeitungen. Murmelnd breitet er sich auf der Bank gegenüber aus. Steht dann auf, nimmt seine Jutetasche und geht nach vorne zur Zeitungsabfallbox. Er räumt fein säuberlich alle Zeitungen aus der Jutetasche in die Box. Nachdem er fertig ist, hat keine einzige Zeitung – nicht mal die klitzekleinste Pendlerzeitung – mehr platz. Ich denke mir: Tolle Art sein Altpapier zu entsorgen! Muss ich mir merken!
Der Herr kommt zurück, packt eine Flasche Bier (eine grosse) aus und trinkt, als gäbe es kein Morgen. Innerhalb von fünf Minuten ist die Flasche leer und wir kommen an der nächsten Station an. Promt steigt der Herr aus.
Ist es nicht schön zu pendeln! Man begegnet doch immer wieder netten Artgenossen!

Habe jetzt immer Ohrstöpsel dabei, damit ich all die telefonierenden Tschicks ausblenden kann. Gestern: „Nein, im Fall ohne Scheiss! Er kann nicht mehr zwischen Tag und Nacht unterscheiden! In der Nacht kann er nicht schlafen!“ Tja. Mit Ohrstöpsel wärs anders gewesen. Nämlich so: „—————“ Himmlisch ruhig.

Herzlich,
Hasenherz

 

Loblied auf den absurden und mystischen Edward Gorey Mai 18, 2007

Gespeichert unter: Freitag — hasenherz @ 12:39

Edward Gorey (mein Lieblingsillustrator) sagte einmal: „Mein einziges Motto lautet: Verlass das Haus nie ohne ein Buch.“ Sein Motto ist auch mein Motto und so steige ich jeden Tag in die S-Bahn ein – in der Tasche ein Buch. Momentan gerade: „Superhero“ von Anthony McCarten.
http://www.buch.ch/shop/bch_buc_startseite/suchartikel/superhero/anthony_mccarten/ISBN3-257-06575-2/ID14235078.html?jumpId=216058

Ein Roman, drehbuchartig geschrieben, voller Komik und eigenwilliger Bilder. Echt cool.

Apropos Edward Gorey: Im November dieses Jahres wird beim Diogenes Verlag endlich (endlich!) wieder ein Buch von Gorey erscheinen. Nämlich „The Lugubrious Library“. Zehn Bände im Schuber. Darauf freue ich mich kolossal. Denn es gibt niemanden, der Edward das Wasser reichen könnte. Darum: Gehet hin (dann im November) und kauft das Ding, es ist jeden Franken wert (86.00 Fr.). Am Besten aber, bestellt ihr es jetzt schon – hier der Link:
http://www.buch.ch/shop/bch_buc_startseite/suchartikel/the_lugubrious_library/edward_gorey/ISBN3-257-02091-0/ID14571862.html?jumpId=218008

Vanity Fair, New York sagt: „Dark masterpieces of surreal morality.“

Goreyesque Grüsse,
Hasenherz

 

Projekt Potter und Hesse für Intellektuelle Mai 15, 2007

Gespeichert unter: Dienstag — hasenherz @ 8:02

Guten Morgen, liebe „Tod-durch-Bücher“-Leser! Exakt zu dem Zeitpunkt, als ich zu Hoffen begann, dass das „Projekt“ Harry Potter wie durch ein Wunder an mir vorbeigehen würde, traf mich der Lichtstrahl und mir wurde verkündet, dass ich hier in der neuen Buchhandlung die Oberhoheit über das Projekt haben werde. („Projekt“ ist übrigens ne gute Bezeichnung, denn mehr als ein „Projekt“ ist es noch nicht.) Auch dieser Kelch wird wohl nicht an mir vorüberziehen…

Dafür habe ich heute im Zug „Die Verwirrungen des Zöglings Törless“ zu Ende gelesen und es hat mir wirklich sehr gut gefallen.
http://www.buch.ch/shop/home/typhoonartikel/ID2856233.html;jsessionid=fdc-eehjbx0bex4.fdc11
Mir wurde gesagt, dass Musil „Hesse für Intellektuelle“ sei. Dazu sage ich nichts, ihr könnt mir ja mitteilen, was ihr von dem zweifelhaften Prädikat haltet.

So, dann werde ich mich mal um den Potter kümmern. *grummel*

Herzlich,
Hasenherz

 

Stumm wie ein Fisch Mai 7, 2007

Gespeichert unter: Montag — hasenherz @ 3:07

Hier bin ich wieder! Endlich habe ich mal wieder Zeit zu schreiben (ich verspreche euch, es kommt nicht wieder vor, dass ich so lange stumm wie ein Fisch bin). Es ist aber auch viel passiert. Ich hatte Ferien. Schöne, lange Ferien! Und habe meinen neuen Job begonnen. Es ist wirklich sehr spannend und aufregend (natürlich auch anstrengend – aber das ist es ja immer, wenn man in meinem Alter tausend neue Sachen lernen muss). Muss mich noch etwas daran gewöhnen nach Winterthur zu pendeln. Habe aber im Zug bereits schon zwei Bücher gelesen, was wirklich schön ist. Und: ich vermisse meine alten Gschpöndlis doch sehr. Irgendwie quitscht hier niemand. Ehrlich, Leute, so ein Quitschen zwischendurch ist doch ganz nett! Muss das denen noch beibringen. Wird ein langer, harter, steiniger Weg. Aber ich werde es schaffen. Drückt mir die Daumen!

Herzlich,
Hasenherz