Tod durch Buecher – Hasenherz’ Blog

Warum Worte Leben retten – oder auch nicht

Staniolpapier und italienische Zahnpasta Juni 30, 2007

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 5:41

Jetzt, da ich weiss, wie man einen Golfschläger hält, bin ich beruhigt und kann mein Leben getrost weiterleben. Heute fühle ich mich etwas zerkaut, da ich wenig geschlafen und gestern wohl zu viel Alkohol getrunken habe. Zudem bin ich heute von Münster zurückgeflogen und ich musste viel zu früh aufstehen. War mit Vanalia und Biene im Brockenhaus und bin mit geschlossenen Augen die Bücherreihen entlanggegangen, den Finger über die Buchrücken ziehend.  Jetzt bin ich – Zufall sei Dank – stolze Besitzerin von Erich Kästners „Die kleine Freiheit“ und Graham Greenes „Die Kraft und die Herrlichkeit“.

Letzte Woche war ich zum zweiten Mal im Beyeler Museum in der Edward Munch Ausstellung. Leider ist Munch kein Kubist und darum musste ich zum zweiten Mal feststellen, dass es schönere und klügere Gemälde gibt. Ja, ja, ganz bestimmt.

Ausserdem wurde mir vor kurzem gesagt, dass die Zeit mit mir war, als ob man das Meer betrachtet und plötzlich feststellt, dass es aussieht wie Staniolpapier. (Natürlich wurde das viel schöner gesagt, sogar als Zitat verpackt und ich mag Menschen sehr, die zitieren, das finde ich wirklich schön.) Da ich aber das Pech hatte, dass mal wieder das Grausame und das Schöne aufeinander traf, kam es mir vor, als hätte ich die Haut über meinem Herzen gerade noch rechtzeitig desinfiziert, da ich wusste, dass das Messer genau dahin treffen würde. Als es dann in meinem Körper steckte, war ich nicht mal überrascht.

Manchmal würde ich wirklich gerne aufhören zu essen und zu schlafen. Um mich aufzulösen, um kein schielendes Gegenüber mehr zu haben.
Vielleicht sollte ich jetzt auch einfach den Computer ausschalten und der Waschmaschine beim Drehen zuschauen. Das wär auch ne Lösung.

Grüsse euch!
Hasenherz

PS: In meinem Lieblingsbuch gibt es übrigens ne sehr schöne Stelle. Etwa so, nur viel schöner: „Das Leben ist wie italienische Zahnpasta.“ Vielleicht sogar besser als Staniolpapier, nicht wahr?

 

Ausbreitung von Einsamkeit Juni 25, 2007

Gespeichert unter: Montag — hasenherz @ 1:02

Müder Montag. Es regnet. Glücklich macht: Wurmbrand hat Geburtstag und wir feiern das mit Wurst und Bier im Regen stehend. Xanten sagt: „Das alles war gut und bewegt und manchmal melodramatisch trist. Und manchmal habe ich auch der Einsamkeit bei ihrer Ausbreitung zugesehen.“

Lese gerade „Die Hügel“ von Yvette Z’Graggen.
http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/schnellsuche/any/?fq=3-85787-348-5&fc=ANY&submit.x=0&submit.y=0&submit=schnellsuche

Erster Satz: „Es ist kaum richtig hell, als ich im Hotelzimmer erwache neben dir, der du noch schläfst.“ Ein Buch für Vanalia und mich, denn es geht um den eigenen unsteten, nervösen, unzuverlässigen Geist.

Letzte Woche war ich in Münster und habe ins eiskalte Gesicht der Schönheit geblickt. Meine Grossmutter ist gestern 89 Jahre alt geworden und wir haben das mit Erdbeeren und Rotwein gefeiert. Und zum Schluss: Ich geh jetzt Zigaretten holen.

Schönen Montag!
Hase

 

Langi Ohre Juni 8, 2007

Gespeichert unter: Freitag — hasenherz @ 12:12

Halli-Hallo! Ja, ich weiss, liebste Vanalia, ich bin etwas im Rückstand… Hier kommen die News von der buch.ch-Front: Heute ist ein Autor vorbeigekommen, der lustige Kinderlieder auf CDs singt. Die neuste CD gefällt mir besonders gut (ratet mal warum):

Langi Ohre

Dann war ich in einem Outdoor-Seminar in der Lüneburger Heide. Das war lustig. Habe Bäume gefällt, Daumenmuskelkater vom Sägen bekommen und Brot gebacken. (Eine Angina hat mich auch noch erwischt, doch davon erzähl ich euch jetzt nichts, da hab ich euch die Ohren schon genügend vollgeheult…)

Lese gerade ein wunderbares (wunder-, wunder-, wunderbar!) Kurzgeschichtenbuch von Robert Bolaño:
http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/typhoonartikel/ID13835826.html;jsessionid=fdc-2daekpcq3n1.fdc61

Und das Cover finde ich auch schön. Gefällt mir also alles an dem Ding. Haha!

Ach, Leute, mir gehts gut. Hab viel zu tun, doch mir gehts gut. Wie gehts euch denn?

Herzlich,
Hasenherz

PS: „Der Himmel war heute wieder so temparamentvoll. Kaum riss er auf, dachte man, auch der Himmel hat einen Himmel. Er gibt einem ein, solchen Quatsch zu denken.“