Tod durch Buecher – Hasenherz’ Blog

Warum Worte Leben retten – oder auch nicht

Kollektivschuld & Weihnachtsgeschenke November 20, 2008

Gespeichert unter: Donnerstag — hasenherz @ 2:16

„Es hat sich inzwischen wohl herumgesprochen, dass es eine Kollektivschuld nicht gibt und auch keine Kollektivunschuld und dass, wenn es dergleichen gäbe, niemand je schuldig oder unschuldig sein könnte.“
(Hannah Arendt)

Etwas sinnvolles zur Tagesmitte wollt ich euch heut nicht ersparen.

Falls ihr Lust habt, schon mal ein paar gute Bücher zu kaufen, damit ihr dann am 22. Dezember nicht noch in die übervollen Läden rennen müsst: Ich empfehle euch unsere Buchliste „Für Klassische & Einfühlsame„. Das passt zu euch und euren Freunden. Ach ja, und für die Ladies: „Die geheimnissvolle Sexualität der Pflanzen“ aus der Rubrik „Für Verspielte & Lustige„.

Herzlich, Hasenherz

 

Leichen im Keller November 17, 2008

Gespeichert unter: Montag — hasenherz @ 3:32

Weihnachten im Buchhandel ist echt die Hölle. Glaubt mir.

Am Samstag war ich nachts im Wald mit meinen Freunden und wir haben ne Wurst gebraten und Peter hat Schlangenbrot gemacht. Lustig wars. Dann haben wir Leichen im Keller gespielt und wie immer hat das Wahrheiten zu Tage befördert oder einfach schön gekleidetet Halbwahrheiten, wie auch immer. Unterhaltungswert hatte es allemal.
Am Sonntag war ich dann mit meiner Schwester in Basel bei meiner Grossmutter. Was da alles abgeht in so einem Altersheim! Spannender als jede Teenie-Lager-Romantik!

Hühü!
Hasenherz

 

Anfänge November 14, 2008

Gespeichert unter: Freitag — hasenherz @ 10:12

„Es war einmal im Bezirk Zlotogrod ein Eichmeister, der hiess Anselm Eibenschütz.“
Das ist der erste Satz aus dem Buch „Das falsche Gewicht“ von Joseph Roth. Ein wunderbarer Roman.

Anfänge sind etwas Besonderes. Ein Anfang bestimmt, ob es ein Anfang sein wird oder der Anfang auch schon das Ende.

„In der Eisenbahn ging noch alles gut. Es begann in Venedig, mit den Gässchen“ (Anfang von „Reise im Mondlicht“ von Antal Szerb)
„Mein erster und einziger Besuch bei einem Therapeuten kostete mich das rote Korallenarmband und meinen Geliebten.“ (Anfang von „Sommerhaus, später“ von Judith Hermann)
„Alles dreht sich.“ (Anfang von „Am Hang“ von Markus Werner)
„Ein aschfarbener Hund mit einem weissen Mal auf der Stirn brach am ersten Sonntag im Dezember durch die unwegsamen Gänge des Marktes, stiess Tische mit Fritiertem um, brachte Auslagen der Indios und Lotteriestände durcheinander und biss nebenbei vier Personen, die ihm in die Quere kamen.“ (Anfang von „Von der Liebe und anderen Dämonen“ von Gabriel Garcia Marquez)
„Hier endet meine Reise zu den Männern.“ (Anfang von „Kleine Lichter“ von Roger Willemsen)

Der Anfang ist also wichtig. Noch wichtiger ist der Neuanfang. Dazu kommen wir aber morgen.

Herzlich,
Hasenherz