Tod durch Buecher – Hasenherz’ Blog

Warum Worte Leben retten – oder auch nicht

Kein Klub, kein Klub, kein, kein Mai 28, 2009

Gespeichert unter: Donnerstag — hasenherz @ 3:53
So würde der Türsteher aussehen vor dem Klub, wo ich bestimmt NIE aufgenommen werden würde.

So würde der Türsteher aussehen vor dem Klub, wo ich bestimmt NIE aufgenommen werden würde.

„Es würde mir nicht im Traum einfallen, einem Klub beizutreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen. “ (Groucho Marx)

Ich meine, das ist doch das Grundproblem. Sagt zumindest Claudio. Und Claudio muss es ja wissen. Er ist schliesslich mein Gewissen und geistiger Vater in einem.

Ein perfekter Teufelskreis. Der Klub, der mir die Mitgliedschaft verweigert, dem will ich beitreten. Der, der mich aufnimmt, den finde ich doof. Auf einen Klub zu hoffen, der so tut, als wolle er einem nicht aufnehmen und einen dann doch heimlich aufnimmt, kann man ja nicht hoffen, nicht wahr?

Blödes Zeugs, das.

 

Die Liebe besteht aus … Kartoffelbrei! Mai 27, 2009

Gespeichert unter: Mittwoch — hasenherz @ 4:08

„Die Liebe besteht zu drei Viertel aus Neugier.“ sagte einst Giacomo Casanova. Ich frage mich, woraus sie denn noch besteht. Was könnte das letzte Viertel sein? Dummheit? Naivität? Egozentrik? Oder doch eher aus Kartoffelbrei? Nun gut, ich glaub, ich brauch mal frische Luft.

Schönen Regenluftabend!
Hasenherz

 

Was ich mag: Mai 24, 2009

Gespeichert unter: Sonntag — hasenherz @ 12:11
  • Den Geruch meines Zimmers im Sommer. Diese Mischung von Sonne, Sommerluft, Parfum, Waschmittel und alten Möbeln ist herrlich.
  • Verspielte Gegenüber. Die Finten schlagen, einen aber nicht im Regen stehen lassen.
  • Meine Freunde. Mit all ihren Macken und Neurosen und Nervtöter-Seiten.
  • Küsse.
  • Galgenhumor. Sowieso Humor. Der Humor von Wurmbrand besonders.
  • Offenheit und Neugierde.
  • Perfekte Sätze in der Literatur. Zum Beispiel dieser (Ist wirklich nur EIN Satz – ein Langer): „Ich will nicht wie ein Idiot sterben“, habe ich dieser Frau kurze Zeit darauf in einem engen und dunklen Hotelzimmer gesagt, dessen Schäbigkeit ich damals nicht wahrzunehmen vermochte, ein Zimmer mit nackten Wänden, in dem die grauen oder vielleicht trauertragenden oder einfach als überflüssig betrachteten Bettdecken auf dem sauberen, wenn auch schwärzlichen Teppichboden lagen, auf dem nicht einmal Platz war, um ein paar Schritte zu tun, da zwei halbausgepackte Koffer den Platz einnahmen, auf dem man die Schritte in ein Badezimmer hätte tun können, das so leer und so weiss war, dass zwei Zahnbürsten – granatrot und grün -, die in ein und demselben Glas standen, dessen Cellophan verschwand, ohne dass wir gewusst hätten, in welchem Augenblick noch wer es hatte verschwinden lassen, den Blick anzogen wie der Dolch die Hand oder der Magnet das Eisen, dermassen, dass, als eine der beiden Zahnbürsten in der letzten Nacht, die ich dort verbrachte, fehlte die Keramik und die Fliesen und die Kacheln sich mit dem Granatrot der Zahnbürste färbten, die dortgeblieben war, und diese Farbe vereinnahmte sogar das Schwarz des Necessaires, das ich auf dem gläsernen Bord liess, damit es nach dem Fortgang irgendeine Veränderung gab oder Trauer in dem Badezimmer herrschte, das so leer und so weiss war und zu dem man kaum gelangen konnte über die halbausgepackten Koffer und die als überflüssig betrachteten und auf den Boden geworfenen Bettdecken hinweg, als ich in einem Hotelzimmer kurze Zeit darauf derselben Frau sagte oder gesagt habe: „Ich will nicht wie ein Idiot sterben, und da ich eines Tages unausweichlich werde sterben müssen, möchte ich in meiner Zeit vor allem für das einzige Sorge tragen, was sicher und unausweichlich ist, aber allem zuvor möchte ich für die Form meines Todes Sorge tragen, denn die Form ist nicht so sicher noch unausweichlich.
  • Gemüsewähe und Salat.
  • Den Geruch von Tiefgaragen und Neubauten.
  • Sommerregen.
  • Seltsame Monster-Hasen zeichnen.
  • SMS von meinen Liebsten.
  • Umkehrungen, Irritationen, Aha-Momente.
  • Menschen, die etwas besonders gut können und mir davon erzählen. Mit möglichst vielen Details.
  • Fragen: Fragen stellen, Fragen beantworten.
  • Das Internet.
  • Sich kugeln vor lachen.
  • Der erste Schnee.
  • Kaffee. Kaffee. Kaffee.
  • Flaschenspiel, Leichen im Keller und ähnliches spielen.
  • Höflichkeit.
  • Luftschlösser bauen. Nur um sie gleich wieder umzubauen.
  • Umgestaltete Wörter. Solche wie Kartuffs (für Kartoffeln), Karotjes (für Karotten) und Vitatins (für Vitamine).
  • Klavierspielende Hände beobachten. Sowieso Hände.
  • Frühmorgens den Radiomoderator anschnauzen – lautstark – weil er zu viel quasselt.
  • Anziehung. Flirren in der Luft.
  • Schlaf.
  • Namen in denen zwei Vokale hintereinander vorkommen. Wie: Moana, Alea, Romeo, Eleonor, etc.
  • An S-, U- und sonstigen Bahnhöfen rumstehen.
  • Die Bilder von Edward Gorey.
  • Die Bücher von Joseph Roth.
  • Meine Wohnung. Mit Izzie Kaffee trinken am Küchentisch.
  • Das Buch der Antworten.
  • Menschen haarsträubende Spitznamen geben. Und diese auch benutzen, so, dass kein Aussenstehender weiss, von wem man spricht. Im Stil von: „Gestern hab ich den Zauberlehrling getroffen und der hat mir erzählt, dass Xanten eine Affäre mit Peter hat. Sie (Peter) sagt aber immer, sie sei mit Fuchur zusammen.“
  • Die Nacht durchtanzen.
  • Sommerbadibars.
  • Kleine Buchhandlungen. Bücherregale bis an die Decke.
  • Nachrichtensprecher.
  • Mit meinen Freundinnen über Sex reden.
  • Die Hardbrücke in Zürich. Um die Hardbrücke, auf der Hardbrücke, unter der Hardbrücke sein.
  • Walliser Dialekt.
  • Wasser.
  • Nachts die Lichter der Stadt betrachten und glücklich sein. Sowieso die Tatsache, wegen Lichter glücklich sein zu können.
  • Musik.
  • Bei Kerzenschein auf Dachterrassen rumsitzen.
  • Den Kopf aus einem Zugfenster halten, den Fahrtwind im Gesicht. Zugreisen in Europa im Sommer.
  • Zu wissen, dass Älter werden nicht fühlbar ist. Mal abgesehen von Rheuma.
 

Fragen Mai 21, 2009

Gespeichert unter: Donnerstag — hasenherz @ 6:01

Schreib mir, was du anhast! Ist es warm?
Schreib mir, wie du liegst! Liegst du auch weich?
Schreib mir, wie du aussiehst! Ist’s noch gleich?
Schreib mir, was dir fehlt! Ist es mein Arm?

Schreib mir, wie’s dir geht! Verschont man dich?
Schreib mir, was sie treiben! Reicht dein Mut?
Schreib mir, was du tust! Ist es auch gut?
Schreib mir, woran denkst du? Bin es ich?

Freilich hab ich dir nur meine Fragen!
Und die Antwort hör ich, wie sie fällt!
Wenn du müd bist, kann ich dir nichts tragen.

Hungerst du, hab ich dir nichts zum Essen
Und so bin ich grad wie aus der Welt
Nicht mehr da, als hätt ich dich vergessen.

(Bertolt Brecht)

 

Schmerzhaft tiefe Lippen Mai 20, 2009

Gespeichert unter: Mittwoch — hasenherz @ 2:38

tiefer_schmerzEs gibt Bücher, die haben seltsame Cover zu seltsamen Titeln. Zum Beispiel „Tiefer Schmerz“ von Arne Dahl. Das Buch hat Frauenlippen – rot geschminkte – auf dem Cover. Drunter steht: Tiefer Schmerz. Ich mein, was weckt das? Lippen = Schmerz? Und dann auch noch ein tiefer Schmerz. Andererseits finde ich die Verbindung, die sich mir im Kopf auftut, auch ganz … nett.

Kann die Imagination von Lippen, sozusagen das Herbeisehnen von Lippen, nicht eine Form von Schmerz sein, die man sogar geniessen kann? Oder hassen – beides gleichzeitig. Was dagegen hilft? Ehrlich gesagt: Keine Ahnung.

Bald reise ich wieder nach Hause. Das Hotelzimmer diesmal war übrigens sehr schön. Ich habe wieder einmal Glück gehabt.

Hasenherz

 

Alle Sünden dieser Welt Mai 19, 2009

Gespeichert unter: Dienstag — hasenherz @ 2:44

„Alt werden ist natürlich kein reines Vergnügen. Aber denken wir an die einzige Alternative.“ (Robert Lemke)
Wir denken erst im Herbst über die Alternative nach.  Im Frühling und im Sommer dieses Jahres werden wir erstmal alt. Und zwar so richtig alt. Sowas von höllisch alt, dass man gar nicht älter werden kann.

Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat.“ (William Somerset Maugham)
Und darum, bevor wir im Herbst über die Alternativen nachdenken, begehen wir im Frühling und im Sommer dieses Jahres alle Sünden, die man begehen kann und werden dabei alt. Ihr wisst schon, so richtig alt. Damit niemand sagen kann, wir hätten uns keine Mühe gegeben. Das wär ja noch schöner…

 

Mit den Hühnern ins Bett Mai 18, 2009

Gespeichert unter: Montag — hasenherz @ 2:53

Und wieder: Münster. Langsam müsste ich mich hier einbürgern lassen. Bin schon richtig zu Hause hier. Heute zeigt es sich sogar von seiner besten Seite bei schönstem Wetter. Normalerweise nieselt es in Münster immer, wenn ich hier bin. Heute Abend lass ich es mal gut sein und gehe früh schlafen. Hoffentlich ist unser Hotelzimmer schön. Eigentlich stehe ich ja total auf Hotelzimmer. Nur: einbisschen schön müssen sie schon sein.

Hase hat mir heute erzählt, dass er sich momentan mit 2.5 Damen trifft. Mich hat natürlich sofort die 0.5te Dame interessiert. Wer ist sie? Wie ist sie? Hat sie Humor? Hat sie. Zum Glück. Hases Humor ist nämlich nicht ganz so einfach zu verstehen. Wurde mir gesagt.

Jetzt geh ich zu Katja hoch und hole mir ein gutes Buch (Katjas Buchgeschmack ist mein Buchgeschmack). Damit ich mich so bald als möglich in mein – hoffentlich schönes – Hotelzimmer verziehen und dem sonnigen Münster die kalte Schulter zeigen kann.

Schlaft wohl! Hasenherz

 

Gewaltbereite junge Damen Mai 17, 2009

Gespeichert unter: Sonntag — hasenherz @ 6:46

So. Meine Ferien sind vorbei. Schade. Ich hätte gern noch etwas länger Ferien gehabt.
Gestern Abend war aber ein würdiger Ferien-Abschied. Im wahrsten Sinne. Manchmal können auch Tiefpunkte würdige Höhen sein. Badana und ich waren am Knuts Koffer Konzert im ZAK in Jona. Knuts Koffer waren da die Vorband von Stiller Has und haben mal wieder den Abend gerockt. Wirklich gut, die Jungs… Für mich war es einerseits ein toller Abend, andererseits auch Wechselbad.

Als ich dann nachts um 3 Uhr zu meinem Date spaziert bin, ist mir eine sehr junge Frau begegnet, die versucht hat mit einem Rollschuh an einen Fensterladen zu „klopfen“. Leider war das Fenster zu hoch oben. Sie hat mich gebeten, ihr zu helfen. So bin ich also nachts um 3 Uhr unter einem fremden Fenster gestanden und hab einer 20-Jährigen das „Buebeleiterli“ gemacht, damit sie ihrem Freund (oder wars der Ex-Freund – heute vielleicht ja) mit einem Rollschuh den Fensterladen einschlagen kann. Mann, hat die getobt.

Und morgen gehts wieder nach Münster – gmpf – mal wieder um 4 Uhr morgens aufstehen. *ächz*

Wünsch euch nen erholsamen Sonntag Abend und gut Nacht!
Hasenherz

 

Alles ist gut. Mai 15, 2009

Gespeichert unter: Freitag — hasenherz @ 2:05

Gut.
Was gut ist? Folgendes:

  • Fantasmus ist in mein Leben zurückgekehrt. Und hat sich in einen Teufel verwandelt. Ich liebe Teufel!
  • Legolas sagt immer solch gute Sachen. Dass wir doch immer irgendwie Entwicklungshilfe leisten. Und dass meine Haltung etwas sehr anstpruchsvoll sei. Er hat Recht.
  • Ich habe mein Beuteschema durchschaut und wirke entgegen.
  • Wenn ich viel zu wenig geschlafen habe, sehe ich sehr schön aus.
  • Ich habe einen neuen Lieblingsort in Zürich entdeckt, der sich wunderbar zum Küssen eignet.
  • Wurmbrand macht etwas warmes zu Essen.
  • Max und Peer hab ich zum Teufel geschickt. Fantasmus wird sich ihrer annehmen.
  • Badana ist mir so nah und ich kann sagen: ja, ich will!
  • VollOpteMann sieht bald zum ersten Mal den Zürichsee bei Tag.
  • Ich habe ein Date nachts um 3 Uhr. Ich steh total auf solche spinnigen Sachen…
  • Meine Art mich abzugrenzen ist mir nicht mehr zuwider.

Gut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.
Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.
Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.GutGut.Gut.Gut.Gut.Gut.

 

Ich koch euch Kaffee Mai 10, 2009

Gespeichert unter: Sonntag — hasenherz @ 7:36

Verkatert. Und Ferien. Und etwas… Ähm. Wie soll ich sagen? Na, egal.

Für euch nur die besten Bohnen!

Für euch nur die besten Bohnen!

Am besten, ich fange von vorne an: Badana und ich sind Jeans kaufen gegangen – gestern Nachmittag. Danach haben wir lange geduscht. Und Fleisch gekauft für Wurmbrand und uns – Wurmbrand hat dann auf seinem eigenen Fleisch bestanden – aber dies nur nebenbei. Dann sind wir zu Pferdi nach NEUENHOF (ich setze NEUENHOF in Grossbuchstaben, weil ich es noch immer nicht fassen kann, dass Pferdi nach NEUENHOF gezogen ist) gefahren an seine Hauseinweihnungsparty. Dort haben wir den süssen Tobi kennengelernt, der vorzüglich küsst. Ok. Ich greife vor. Wir haben also gegrillt, uns vor dem Regen in Sicherheit gebracht, sehr angeregte Gespräche geführt, sind Bier in Schlafzimmern suchen gegangen (andere Geschichte) und haben verzückt dem Kleinkonzert gelauscht, das Pferdi und This gegeben haben.  Irgendwann verliessen wir NEUENHOF in Richung zweite Heimat und dort hab ich dann Tobi geküsst, der vorzüglich küsst, es war sehr schön und aufregend und aber auch nicht. Küssen mit kaltem Herzen ist wie Süssstoff in Kaffee. Irgendwie süss und doch nicht süss. Nun ja. Zumindest kann ich sagen, dass es rein kusstechnisch überhaupt kein Reinfall war und das ist ja schon einiges in dieser kaltherzigen Welt mit den kleinkarierten Linien über der Zeit.

Nun hab ich noch ne ganze Woche Ferien und freu mich drauf. Morgen schauen wir das Fraumünster an mit den schönen Fenstern. Zürich ist ne herrliche Feriendestination. Müsst ihr auch mal hin, sag ich euch. Und wenn ihr nach Zürich kommt, dann klingelt doch bei mir, ich koch euch Kaffee. Na, ist das ein Angebot? Vielleicht küss ich euch dann sogar und notiere eure Kussnote in einem Moleskine-Notizbuch und ihr notiert meine Kussnote in eurem Moleskine-Notizbuch und fahrt dann zurück nach Berlin, Hamburg, München, Wien – und woher ihr sonst so kommen mögt.