Tod durch Buecher – Hasenherz’ Blog

Warum Worte Leben retten – oder auch nicht

Das ewige Schweigen macht mich schaudern Oktober 10, 2009

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 12:58

„Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern.“ (Blaise Pascal)

Gestern Abend habe ich mich zurückversetzt gefühlt in meine Teenager-Zeit. Wir suchten stundenlang eine Party (haben das Langstrassentunnel bestimmt etwa 10 mal durchquert), dabei billigen Wein aus Flaschen getrunken, setzten uns dann irgendwann auf einen Treppenabsatz und haben geraucht und gelacht und geschwatzt, bis die Kälte unangenehm vom Betonboden aufstieg. Es haben nur noch die feuchten Erdbeerlabello-Küsse gefehlt.

Sobald wie aufgegeben hatten die Party zu suchen, wurde der Abend richtig lustig. So, wie Balzac sagt: “ Vergnügen suchen, heisst das nicht, Langeweile zu finden?“
Gestern war sowieso ein sehr ereignisreicher Tag. Wirklich. Es war so ein Lichtwechseltag. Ein Tag, der wie Wasser wirkte, das im Boden versickert.
Hach, was solls. So schlittere ich halt. Schlittern kann Spass machen. „Ein Narr ist ein Mensch, der nie im Leben ein Experiment gewagt hat.“ (Erasmus Darwin)

 

Bettparty! August 8, 2009

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 7:44

Nachdem ich „Federhure ff“ von Thomas Meyer zu Ende gelesen und mich dabei fast totgelacht habe, lese ich nun „Rositas Haut„. In „Rositas Haut“ verliebt sich ein Moskito in Rosita. Jaja. Ganz schön frivol.

Heute kommt die coole Clique zu mir nach Hause und wir halten eine Plattentaufe ab. Wir haben eine Sommersonnen- und Bettparty CD gebastelt und taufen die nun. Wenn wir ehrlich sind, haben wir natürlich nur einen Grund gesucht ein Fest zu veranstalten. Nun. Wir werden bei strömendem Regen auf meiner baufälligen Dachterrasse sitzen, einen Schirm über den knallgrünen Kugelgrill von FischliFox spannen und die Streetparade-Menschen, die in Scharen an meinem Haus vorbeiwandern mit bunten Wasserballonen bewerfen (was, wenn es regnet noch tausendmal mehr Spass macht).

Ansonsten ist heute ein blöder Tag. Aber was soll’s. Mir werden mal wieder meine Freundinnen das Leben retten müssen. Und wisst ihr was? Es ist unheimlich schön, dass meine Freundinnen kommen und mir anstandslos das Leben retten. Einfach so. Als wäre nix gewesen. Bin ich nicht ein Glückspilz?

 

Wechselbalg in meiner Brust April 25, 2009

Gespeichert unter: Samstag, Sonntag — hasenherz @ 11:15

Schon lustig, wie wandelbar alles ist. Manchmal komme ich mir vor wie ein Wechselbalg. Ein Wesen, das heute hier und morgen dies sein kann. Heute Büro gezügelt, und Einweihungsparty im engsten Kreise veranstaltet. Picknick draussen auf unserer Terrasse mit Blick auf die Hardbrücke.

Der Abend gestern mit Peer hat mich sowas von in eine andere Welt katapultiert. Es ist, als hätte ich nicht nur zwei, sondern ein ganzes Duzend Seelen in meiner Brust.

Was der morgige Tag wohl bringt? Lassen wir uns überraschen, nicht wahr? Lassen wir uns überraschen.

Umarmung, Hasenherz

 

Ein fröhliches Gedicht für Mauz! April 25, 2009

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 6:38

Das ist ein kurzer, kleiner, feiner Beitrag für Mauz. Mauz ist eine unglaubliche Frau. So wunderschön und so expressiv und mit viel Tiefe. Und Mauz ist eine unglaublich gute Geschichtenerzählerin.

Nun also extra für Mauz dichte ich ein fröhliches Gedicht:

Mein Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen.
So unhaltbar nun also frei und sehr berührt.
Zwischen Grashalmen gelegen,
vom Berg aufs Meer gesehen,
gar nicht mehr verlegen – das Leben ist schön.

Mein Spiel zu Ende, die Halbzeit längst vorbei.
So ausser Atem bedingungslos befreit.
Durch die Welten und über die Spitze hinaus,
über Feld und Stock und Stein,
ziehe ich so viel daraus – das Leben ist schön.

 

Pferdedecke Traurigkeit (und drunter bunte Smarties) April 18, 2009

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 9:23
Viele, viele bunte Smarties!

Viele, viele bunte Smarties!

Ich lese „Mängelexemplar“ von Sarah Kuttner. Eine sehr präzise und doch irgendwie „leichte“ Beschreibung dieser schweren, lähmenden Krankheit Depression. Mir gefallen die Bilder, die Sarah Kuttner schafft. Sie redet zum Beispiel von der „Pferdedecke Traurigkeit“. Das gefällt mir. Zumal ich die Gefühle, die sie beschreibt (die angeworfene Lähmung, das Herzrasen, die Ausweglosigkeit im Kopf) in den letzten Monaten doch besser kennengelernt habe, als mir lieb ist.

Gestern Abend war irgendwie crazy. In unserer zweiten Heimat war der Bär los und ich seeeeeeehr seltsam drauf. War aber schön und ich muss sagen, dass ElfElf ein paar Seiten hat, die ich noch nicht kannte, jetzt aber sehr mag und ich bin froh, diese Seiten kennengelernt zu haben. Irgendwann morgens haben wir uns bei einem Selecta-Automaten wiedergefunden und dort wurden wir von Mercedes (keine Ahnung, wie er wirklich hiess, aber Mercedes passt irgendwie zu ihm) angequatscht. Mercedes wollte mir seinen Zweifränkler zeigen. Ja, ja, ICH habe mich auch gewundert.

Nach vier Stündchen Schlaf – die man nicht als erholsam bezeichnen konnte – heute morgen ins Entlebuch. Im Entlebuch sass ich mit den 3 Maries um einen runden Tisch und wir sangen uns die Seele aus dem Leib. Genau solche verrückten und unerwarteten Situationen sind es, die die Pferdedecke Traurigkeit verschwinden lassen.

Heute Abend nun also im Arsch.

Ach ja, Wurmbrand sagte eben, dass man sähe, dass ich heute mit einem Drucker zu tun hatte. Ob ich die Farbpatronen über mir ausgegossen hätte? Ihr solltet mich sehen. Echter Hippie-Scheiss.

 

Wein & Erdbeeren April 11, 2009

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 7:59

Vom Gründonnerstag auf Karfreitag mit der coolen Clique Leichen im Keller gespielt bis morgens um 6. In einer fremden Küche übernachtet. Mit Kaffee und Erdbeeren geweckt worden. Sosososchön.

Am Karfreitag auf Wiesen gesessen – mit wechselnden Gegenüber. Ich liebe meine Freunde. Dann Wein aus Plastikbechern mit Austen am See. Heute Blumenwiesen im Appenzell.

Seltsame Sonne. Seltsame Zeit. So viel Zeit für Unerwartetes.
Froh,
Hasenherz

PS: Lese „So ist es gewesen“ von Natalia Ginzburg. Verwirrendes und gutes Buch. Mit offen gelegtem Herz.

 

Endlich. April 5, 2009

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 2:25

Kein Tag wie jeder andere. Wie viel Zeit ist gerade vergangen? Ein Jahr? Ein Monat? Ein paar Stunden? Ich weiss es nicht. Es ist vier Uhr morgens, ich sitze in meiner Küche und dieser Tag, diese Nacht, war so beispielhalft, dass ich sie euch nicht vorenthalten kann, nicht vorenthalten will. Erstens. Frühling. Als hätte Petrus einen Vertrag mit Amor, wurde es plötzlich Frühling. Mit einem Schlag. Ich habe mich so nach Frühling gesehnt und als dann Frühling eingetreten ist, war ich überfordert und konsterniert. Doch: ich habe mich darauf eingelassen. Zweitens. Schreiben. Heute habe ich mit vielen Leuten über meine Schreibe geredet, habe erstaunliches Feedback erhalten, war verblüfft, verunsichert, fasziniert. Drittens. Theater. Theater so ambivalent wie das Leben selbst. Viertens. Ich. Die Nachträume haben mich gestreift in einer von Wahnisnn befallenen Art, in einer seltsamen Mischung aus Heimat und vollkommenem fremd sein.  Als ich da war, da war für meine Freundinnen, in guten und – wie sagt man so schön – schlechten Zeiten, als ich Verständnis hatte, Typen für sie anquatschte, zuhörte,  bei mir war, nur, um bei ihnen zu sein, sie aufgefangen habe, als sie drohten zu fallen, da war dieses Selbstverständnis endlich zurück. Als ich mit ihm gesungen habe, über die dröhnende und für den Abend unpassende Musik hinweg, aus voller Kehle und im Wissen, um die Wichtigkeit dieser Geste, da habe ich dieses Selbstverständnis endlich gefühlt. Und als mir Nina sagte, dass sie so unheimlich froh ist, dass ich hier bin und das, obwohl ich Nina an diesem Abend erst kennenlernte, da wusste ich das Selbstverständnis hat sich verselbstständigt, ist endlich und wirklich und wahrhaftig Teil von mir. Und als Christoph von seiner Band erzählt hat, von dieser abartig komischen Hippie-Rock Mischung, da lachte ich innerlich und ich wusste – endlich – dass Heimat nur ich bin, dass es so einfach und so schmerzhaft und so faszinierend logisch ist. Jetzt, da ich betrunken – weil ich mir endlich die Kante gegeben habe, endlich losgelassen – da verstehe ich was es heisst, was es heisst, dieses schwarze Herz zu tragen, zu ertragen. Endlich.

Zum Glück habe ich diesen Tag erlebt, zum Glück.
Hasenherz

 

In neuem Licht Februar 9, 2008

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 12:15

Gestern Abend hat ElfElf mit ihrer Band zum Tanz aufgespielt und es war – wie letztes Mal auch – grandios. Alle waren da. Vanalia, k_k, Biene, Sepp, Angi-Peter, Pferderic und der Wollwanderer. Habe Biene und Pferderic den Chachacha beigebracht. Biene war da eindeutig begabter. Heute gibt es tausend Sachen zu erledigen und ich hab das Gefühl, dass die Zeit überhaupt nicht reicht. Bald treffe ich Suelo und ich freu mich sehr, denn ich hab sie bestimmt ein Jahr nicht mehr gesehen.

Diese Tage begebe ich mich mit Lichtgeschwindigkeit von Welt zu Welt und heute ist mir etwas schwindelig. Der Klappentext zu Peter Stamms neuem Buch beschreibt das ganz treffend: „Es sind diese Momente, in denen sich etwas verändert im Leben, in denen etwas geschieht, man merkt es kaum. Momente, die der Zeit enthoben scheinen. Eine neue Welt tut sich auf, man erkennt die Sackgasse, in die man vor langer Zeit geraten ist. Und plötzlich herrscht ein anderes Licht.“

In diesem Sinne, geniesst die Sonne,
Hasenherz

 

O Vergeblichkeit! O Vergänglichkeit! Januar 12, 2008

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 3:15

Gestern abend waren Vanalia, Biene, k_k, Fantasmus und ich im Sogar TheaterMoskva Petuski“ schauen. Und das war wirklich sehr gut. Kleines Theater, sehr eng, sehr warm da drin. Aber das Stück… Hut ab. Der Schauspieler Thomas Sarbacher ist echt heiss und dazu wirklich gut und wir haben gemerkt, dass wir das Wort „blümerant“ bis anhin immer falsch gebraucht haben. Hier die Bedeutung: „Mir wird blümerant, oder: mir ist blümerant. Der Ausdruck stammt aus dem 17. Jahrhundert von bleu mourant: matt-blau oder blass-blau. Blümerant steht für eine elende Gemütsverfassung, flau, übel, unwohl.“ Mir war das so nicht klar. Ich dachte immer, es bedeute genau das Gegenteil. Nämlich blumig. Ja, man lernt nie aus!

Fantasmus ist ja zu Besuch hier, diese Tage und er muss viel ertragen. Meine blümerante Gemütsverfassung, viel Rauch in stickigen Bars und kurze Nächte. Er erträgt das alles aber stoisch und dafür bin ich ihm wirklich sehr dankbar.

Heute abend sind wir dann auch schon wieder unterwegs in unserer zweiten Heimat und ich bin sehr, sehr gespannt. Zumal Luis auch dabeisein wird und Herr Fischer (zumindest im Geiste).

Und um „Moskva Petuski“ zu zitieren: „O Vergeblichkeit! O Vergänglichkeit!“

Herzlich,
Hasenherz

 

Der Wollwanderer und das Karategirl Januar 5, 2008

Gespeichert unter: Samstag — hasenherz @ 10:02

Gestern haben wir AngiPeters Geburtstag vorgefeiert. Weil sie an ihrem eigentlichen Geburtstag in dieser wunderschönen Stadt mit „P“ ist (nein, nicht Paris – noch schöner!). War eine bunte Gruppe. Sepps Freund der Wollwanderer war da und hat erzählt, dass er erkannt hat, dass das eigentliche Ziel des Lebens wohl doch nicht „heiraten“ sei. Vielleicht sei das alles doch nicht so wichtig, wie immer angenommen. Da konnte ich ihm zustimmen. Dann war noch k_k da mit seinem Cousin, den ich schon damals am Exit kennengelernt habe. Gestern aber hab ich ihn nicht wiedererkannt, da er sein Haar heute kurz trägt. Sepp hat ihm dann viele spannende Dinge über uns erzählt in sehr gutem Englisch (auch wenn sich alle über ihren Akzent lustig gemacht haben). Der Cousin denkt sich jetzt bestimmt seinen Teil. Ja, genau so waren die Geschichten. Die Freundin des Cousins ist Karatemeisterin und die Geschichte wie sie ihn vor bösen Jungs gerettet hat, gefällt mir persönlich ja sehr. (Der Cousin hört sie allerdings nicht sehr gern.)

Heute versuche ich mit Meditation und Eisschneebädern meine Erkältung loszuwerden und aufräumen. Ja, aufräumen sollte ich dringend mal.

Auf bald,
Hasenherz